DIE HEIMAT MEIN

Die Heimat mein

Wo zwischen Ruhr und Lippe schwinden
Nach Norden zu, der Schlote Reih'n
Liegt zwischen Wald und Wiesengründen
Ein Dörfchen still, die Heimat mein.

In seinem eng begrenzten Kreise
Der Nachbar noch den Nachbarn kennt
Und hastig, noch der Städter Weise
Nicht stumm an ihm vorüber rennt.

Damit sie redlich noch verbinden
Nach Kräften auch den Fleiß der Hand
Und schwerlich wird man jemand finden
Der nicht, was Not zum Leben fand.

Es zeugen all' von ihrem Fleiße
Die Gärten rings, so wohl bestellt,
Es zeugt von ihm, in gleicher Weise
Das wogend schwere Ährenfeld.

Ums traute Kirchlein in der Mitte
Geschlossen sich die Häuser reihn
Fest halten treu an alter Sitte
Am Glauben, die Bewohner sein.

Was sie ererbt von ihren Vätern
Gastfreiheit, Gottesfurcht und Treu
Vererben unversehrt den später'n
Geschlechtern, wieder sie auf‘s neu.

Fürwahr, ein Fleckchen, reich an Frieden
Bist Heimat du, die Gott mir gab
Er geb' mir auch, wenn ich geschieden
Im Friedhof dein, ein stilles Grab.

Julius Wegener